Zecken
Zecken & FSME – jetzt richtig schützen
Mit den wärmeren Tagen beginnt die Zeckensaison. Wer wandert, im Garten arbeitet oder mit Kindern draußen spielt, sollte sich zuverlässig schützen – Zecken können Borreliose und FSME übertragen. Aus Ihrer Apotheke in Wiesbaden zeigen wir Ihnen, was vorbeugt, wie Sie eine Zecke richtig entfernen und worauf Sie danach achten sollten.

Vorher schützen
Lange Hose, geschlossene Schuhe, Hosenbeine in die Socken. Dazu ein Repellent mit Icaridin oder DEET auf die freie Haut – wie lange es schützt und ab welchem Alter, steht auf der Packung.
Nachher gründlich absuchen
Nach jedem Aufenthalt im Grünen den ganzen Körper kontrollieren – besonders Kniekehlen, Leiste, Achseln, Bauchnabel, hinter den Ohren und die Kopfhaut. Bei Kindern besonders sorgfältig.
Sofort entfernen
Je kürzer die Zecke saugt, desto geringer das Borreliose-Risiko. FSME-Viren können dagegen schon kurz nach dem Stich übertragen werden – warten Sie also nie ab, sondern entfernen Sie die Zecke sofort.
Repellentien und Entfernungshilfen
In unseren fünf Apotheken in Wiesbaden und im Online-Shop finden Sie Repellentien, Zeckenpinzetten, Zeckenkarten, Zeckenzangen und Hautdesinfektionsmittel.
Zum Online-Shop →Welches Mittel für wen?
Wir sagen Ihnen, welches Repellent für Ihre Familie geeignet ist, und zeigen Ihnen, wie das Entfernen mit Karte oder Pinzette funktioniert – am besten, bevor es so weit ist.
Jetzt anrufen: 0611 / 30 28 09Zeckenschutz – was Sie wissen sollten
Beim APOTHEKEN TEAM LUH in Wiesbaden – mit Turm-Apotheke, Geissels-Apotheke, Taunus-Apotheke, Welfenhof-Apotheke und Schützenhof-Apotheke – beraten wir Sie gerne persönlich zum Zeckenschutz für die ganze Familie.
Wo Zecken tatsächlich lauern
Zecken lassen sich nicht von Bäumen fallen. Sie sitzen in Gras, Gesträuch und Laub bis etwa anderthalb Meter Höhe und werden im Vorbeigehen abgestreift. Häufig sind sie an Waldrändern, entlang von Bachläufen, in hohem Gras, in Parks – und im eigenen Garten. Auf dem Körper suchen sie oft über längere Zeit eine geeignete Stelle, bevor sie zustechen. Wer sich früh absucht, kann den Stich also noch ganz verhindern.
Sprachlich übrigens: Zecken beißen nicht, sie stechen. Der Begriff Zeckenstich ist der korrekte.
Borreliose und FSME – zwei sehr unterschiedliche Erkrankungen
Borreliose wird durch Bakterien verursacht. Sie sitzen im Darm der Zecke und brauchen Zeit, um in den Menschen zu gelangen – deshalb sinkt das Risiko deutlich, wenn die Zecke rasch entfernt wird. Typisches erstes Zeichen ist die Wanderröte, eine sich langsam ausbreitende ringförmige Rötung um die Stichstelle, Tage bis Wochen später. Sie tritt aber nicht bei allen Betroffenen auf – ihr Fehlen schließt eine Borreliose nicht aus. Borreliose lässt sich mit Antibiotika behandeln, eine Impfung für Menschen gibt es nicht.
FSME wird durch ein Virus verursacht, das in den Speicheldrüsen der Zecke sitzt und schon kurz nach dem Stich übertragen werden kann – schnelles Entfernen schützt hier also nicht zuverlässig. Nach ein bis zwei Wochen können grippeähnliche Beschwerden auftreten, bei einem Teil der Betroffenen folgt eine Entzündung von Hirnhäuten oder Gehirn. Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht, wohl aber eine wirksame Impfung.
Zur Einordnung: Nur ein kleiner Teil aller Zeckenstiche führt überhaupt zu einer Erkrankung. Das RKI beziffert das Risiko, nach einem Zeckenstich an Borreliose zu erkranken, auf unter zwei Prozent. Panik ist also nicht angebracht – Aufmerksamkeit schon.
FSME-Risikogebiete: wo Sie nachschauen
Das Robert Koch-Institut veröffentlicht jährlich eine aktualisierte Liste der offiziell ausgewiesenen FSME-Risikogebiete. Ein Kreis wird dann als Risikogebiet eingestuft, wenn die Zahl der dort erworbenen Erkrankungen über einen Fünjahreszeitraum bestimmte Schwellen überschreitet. Schwerpunkte liegen in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen, im südöstlichen Thüringen, in Sachsen und im südöstlichen Brandenburg.
Welche Kreise aktuell dazugehören, sehen Sie in der offiziellen Übersicht auf rki.de. Wir nennen hier bewusst keine Einzelkreise, weil sich die Liste jährlich ändert. Ob eine FSME-Impfung in Ihrem Fall sinnvoll ist, besprechen Sie am besten mit Ihrer hausärztlichen Praxis – besonders, wenn Sie viel draußen unterwegs sind oder eine Reise in ein Risikogebiet planen.
Die FSME-Impfung
Die Ständige Impfkommission empfiehlt sie Menschen, die in ausgewiesenen Risikogebieten leben oder dort viel Zeit im Freien verbringen, sowie Reisenden dorthin. Für diese Gruppen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten in der Regel – fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Kasse nach.
Die Grundimmunisierung besteht aus drei Impfungen. Ein erster Schutz für die laufende Saison besteht meist schon nach der zweiten Dosis, vollständig ist er erst nach der dritten. Danach sind Auffrischungen in mehrjährigen Abständen vorgesehen, ab einem gewissen Alter häufiger – das legt die ärztliche Praxis fest. Für kurzfristige Reisen gibt es ein Schnellschema.
Die Impfung schützt ausschließlich vor FSME, nicht vor Borreliose. Schutzkleidung, Repellent und das Absuchen bleiben deshalb in jedem Fall wichtig.
Repellentien und Kleidung
+ Icaridin wirkt gegen Zecken und wird meist gut vertragen. Die Schutzdauer hängt von der Konzentration ab.
+ DEET ist ebenfalls wirksam, kann aber Kunststoffe angreifen und wird auf der Haut stärker wahrgenommen.
+ Permethrin dient der Imprägnierung von Kleidung, nicht der Anwendung auf der Haut. Wichtig für Katzenhalter: Permethrin ist für Katzen hochgiftig. Behandelte Kleidung darf nicht in ihre Reichweite gelangen, auch nicht zum Trocknen.
+ Ab welchem Alter ein Produkt angewendet werden darf, legt der Hersteller fest – maßgeblich ist die Packungsangabe. Für Säuglinge und kleine Kinder sind Kleidung und mechanischer Schutz der richtige Weg.
Helle Kleidung hilft beim Erkennen, Hosenbeine in den Socken versperren den Weg nach oben. Kein Mittel schützt vollständig – das Absuchen danach bleibt der wichtigste Schritt.
Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Zecke richtig entfernen
1. Mit spitzer Pinzette, Zeckenkarte, Zeckenzange oder Zeckenschlinge hautnah ansetzen – möglichst dicht am Stechapparat, nicht am vollgesogenen Körper.
2. Langsam und gleichmäßig gerade herausziehen. Nicht quetschen, nicht ruckartig zerren.
3. Keine Hausmittel: kein Öl, kein Klebstoff, kein Nagellack, kein Alkohol. Die Zecke gibt dann vermehrt Speichel ab, was das Infektionsrisiko erhöht.
4. Die Stelle anschließend desinfizieren.
5. Datum und Stelle notieren – ein Foto genügt – und die Stichstelle etwa vier bis sechs Wochen beobachten.
Bleibt ein kleiner dunkler Rest in der Haut, ist das meist nicht der Kopf, sondern ein Stück des Stechapparats. Der Körper stößt ihn in der Regel von selbst ab. Entzündet sich die Stelle, lassen Sie sie ansehen.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
⚠ ringförmige, sich ausbreitende Rötung um die Stichstelle
⚠ grippeähnliche Beschwerden, Fieber oder starke Kopfschmerzen in den Wochen nach einem Stich
⚠ Nackensteife, Verwirrtheit, Lähmungserscheinungen oder andere neurologische Beschwerden
⚠ Gelenkschmerzen, die später auftreten
⚠ Unsicherheit beim Entfernen oder eine sich entzündende Stichstelle
⚠ Zeckenstich bei einem Kind – im Zweifel immer kinderärztlich abklären lassen
Nennen Sie dabei immer den Zeckenstich und wann er war – auch wenn er Wochen zurückliegt.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Die offizielle Übersicht der FSME-Risikogebiete veröffentlicht das Robert Koch-Institut auf rki.de. Bei Arzneimitteln: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.
Fachlich geprüft von Johannes Luh, Apotheker · APOTHEKEN TEAM LUH · Stand: 25. Mai 2026. Bei der Erstellung dieses Beitrags wurden KI-gestützte Werkzeuge eingesetzt. Die Inhalte werden vor der Veröffentlichung fachlich geprüft und redaktionell verantwortet.
Häufige Fragen zu Zecken und FSME
Wie entferne ich eine Zecke richtig?
Mit spitzer Pinzette, Zeckenkarte oder Zeckenzange hautnah greifen und langsam gerade herausziehen – nicht quetschen. Danach desinfizieren und die Stelle vier bis sechs Wochen beobachten.
Darf ich Öl oder Klebstoff auf die Zecke geben?
Nein. Bei diesen Hausmitteln gibt die Zecke vermehrt Speichel ab, das erhöht das Infektionsrisiko. Immer mechanisch entfernen.
Ein Rest steckt noch in der Haut – was tun?
Meist handelt es sich nicht um den Kopf, sondern um Teile des Stechapparats. Der Körper stößt sie in der Regel selbst ab. Entzündet sich die Stelle oder sind Sie unsicher, lassen Sie sie ärztlich ansehen.
Wie lange muss eine Zecke saugen, bis sie Erreger überträgt?
Borrelien sitzen im Darm der Zecke und brauchen Zeit – je schneller die Zecke entfernt wird, desto geringer das Risiko. FSME-Viren sitzen dagegen in den Speicheldrüsen und können schon kurz nach dem Stich übertragen werden.
Ohne Wanderröte keine Borreliose?
So einfach ist es nicht. Die Wanderröte ist das typische, aber nicht das einzige Zeichen – sie fehlt bei einem Teil der Betroffenen. Achten Sie deshalb auch auf grippeähnliche Beschwerden und Gelenkschmerzen in den Wochen danach.
Soll ich die Zecke auf Erreger untersuchen lassen?
Das RKI rät davon ab. Ein Erregernachweis in der Zecke bedeutet nicht, dass eine Infektion stattgefunden hat. Wichtiger ist, die Stichstelle und das eigene Befinden zu beobachten.
Wo finde ich die aktuellen FSME-Risikogebiete?
In der jährlich aktualisierten Übersicht des Robert Koch-Instituts auf rki.de. Ob eine Impfung für Sie sinnvoll ist, besprechen Sie mit Ihrer hausärztlichen Praxis.
Gibt es eine Impfung gegen Borreliose?
Für Menschen derzeit nicht. Schutz bieten nur Kleidung, Repellentien, gründliches Absuchen und das rasche Entfernen. Eine durchgemachte Borreliose schützt nicht vor einer erneuten Infektion.
Wo bekomme ich in Wiesbaden Beratung zum Zeckenschutz?
Im APOTHEKEN TEAM LUH in Wiesbaden – in der Turm-, Geissels-, Taunus-, Welfenhof- oder Schützenhof-Apotheke. Wir beraten Sie gerne persönlich oder telefonisch unter 0611 / 30 28 09. Zur FSME-Impfung wenden Sie sich bitte an Ihre ärztliche Praxis.