Kleine Wunden
Kleine Wunden – richtig versorgen
Beim Gemüseschneiden den Finger erwischt, beim Sturz das Knie aufgeschürft, beim Sport eine Schramme – kleine Wunden gehören zum Alltag. Die meisten davon können Sie selbst versorgen. Aus Ihrer Apotheke in Wiesbaden zeigen wir Ihnen, wie die Erstversorgung Schritt für Schritt gelingt, welche Wirkstoffe sich eignen – und woran Sie erkennen, dass eine Wunde in ärztliche Hände gehört.

Zuerst die Blutung stillen
Drücken Sie eine saubere oder sterile Kompresse für 5 bis 10 Minuten auf die Wunde – und schauen Sie zwischendurch nicht immer wieder nach. Die verletzte Körperstelle nach Möglichkeit hochhalten.
Erst spülen, dann desinfizieren
Spülen Sie Schmutz und Fremdpartikel unter fließendem Leitungswasser aus. Erst danach folgt ein Wundantiseptikum – etwa mit Octenidin, Polihexanid oder Povidon-Iod.
Wunde abdecken statt austrocknen
Die alte Regel „Luft heilt am besten“ gilt heute nicht mehr. Eine passende Wundauflage schützt vor Schmutz und Keimen – bei großflächigen Schürfwunden sind feuchte Auflagen oft angenehmer.
Pflaster, Verbandmaterial und Wundantiseptika
In unseren fünf Apotheken in Wiesbaden und im Online-Shop finden Sie Pflaster in allen Größen, sterile Kompressen, Binden, Wundauflagen, Wundantiseptika und Einmalhandschuhe.
Zum Online-Shop →Unsicher, wie Sie eine Wunde versorgen?
Kommen Sie zu uns in die Apotheke oder rufen Sie an. Wir zeigen Ihnen, welche Wundauflage zu Ihrer Verletzung passt und wie Sie sie richtig anlegen.
Jetzt anrufen: 0611 / 30 28 09Kleine Wunden Schritt für Schritt versorgen
Beim APOTHEKEN TEAM LUH in Wiesbaden – mit Turm-Apotheke, Geissels-Apotheke, Taunus-Apotheke, Welfenhof-Apotheke und Schützenhof-Apotheke – beraten wir Sie gerne persönlich zur Versorgung von Schnitt- und Schürfwunden.
Welche Wunden können Sie selbst versorgen?
Selbst versorgen lässt sich in der Regel, was oberflächlich bleibt und nur die Haut betrifft:
+ Schnittwunden: beim Kochen, an Papier oder Glas – meist glattrandig und wenig verschmutzt
+ Schürfwunden: nach Stürzen oder beim Sport – großflächiger und häufig mit Sand oder Erde verunreinigt
+ Kratzer und Schrammen: besonders häufig bei Kindern
Nicht in die Selbstversorgung gehören dagegen tiefe oder klaffende Wunden, Verletzungen an Gesicht und Gelenken, stark verschmutzte Wunden sowie alle Bisswunden – ob von Tier oder Mensch. Bei Bissverletzungen gelangen Keime tief ins Gewebe, hier ist immer eine ärztliche Beurteilung nötig.
Der Grund für die sorgfältige Versorgung: Die Haut ist die Schutzbarriere des Körpers. Ist sie verletzt, können Keime eindringen. Aus einer zunächst harmlosen Wunde kann sich so eine Infektion entwickeln, die im ungünstigsten Fall ärztlich behandelt werden muss.
Erste Hilfe in fünf Schritten
Schritt 1 – Blutung stillen
Legen Sie eine saubere oder sterile Kompresse auf und drücken Sie 5 bis 10 Minuten gleichmäßig. Heben Sie die verletzte Körperstelle an, wenn möglich. Bei stärkerer Blutung eine weitere Kompresse mit einer Binde als Druckverband fixieren – fest, aber nicht abschnürend. Blutet es nach etwa 15 Minuten unverändert weiter, suchen Sie eine ärztliche Versorgung auf.
Schritt 2 – Hände reinigen
Waschen oder desinfizieren Sie Ihre Hände, bevor Sie die Wunde versorgen. Wenn Sie jemand anderen versorgen, tragen Sie nach Möglichkeit Einmalhandschuhe.
Schritt 3 – Wunde spülen
Spülen Sie die Wunde unter fließendem Leitungswasser in Trinkwasserqualität aus, alternativ mit steriler Kochsalz- oder Wundspüllösung. Das entfernt Schmutz und lose Partikel – bei Schürfwunden mit Sand oder Erde ist dieser Schritt besonders wichtig. Locker aufliegende Fremdkörper können Sie vorsichtig entfernen. Festsitzende Fremdkörper wie Glas, Metall oder Holzsplitter bleiben in der Wunde und werden ärztlich entfernt.
Schritt 4 – Wunde desinfizieren
Nach dem Spülen folgt ein Wundantiseptikum. Beachten Sie die in der Packungsbeilage angegebene Einwirkzeit. Hochprozentiger Alkohol gehört nicht auf offene Wunden – er brennt stark und reizt das Gewebe.
Schritt 5 – Wunde abdecken
Eine Wundauflage schützt vor Schmutz, Keimen und Reibung. Für kleine Schnittwunden genügt meist ein steriles Pflaster, größere Schürfwunden versorgen Sie mit einer Kompresse oder einer feuchten Wundauflage.
Welche Wirkstoffe eignen sich zur Wunddesinfektion?
+ Octenidin: breites Wirkspektrum, gute Hautverträglichkeit, brennt in der Regel kaum. Nicht unter Druck in tiefe Stichkanäle einbringen.
+ Polihexanid: besonders gewebefreundlich, daher auch für empfindliche und größere Wundflächen geeignet. Benötigt eine etwas längere Einwirkzeit.
+ Povidon-Iod: seit Jahrzehnten bewährt und weiterhin ein anerkanntes Wundantiseptikum. Nicht geeignet bei Schilddrüsenerkrankungen, Jodallergie, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Säuglingen – sprechen Sie uns in diesen Fällen bitte an.
Nicht mehr zeitgemäß sind dagegen quecksilberhaltige Färbemittel wie Mercurochrom sowie Hausmittel wie Puder, Mehl oder Butter. Sie erschweren die Beurteilung der Wunde und können die Heilung stören.
Trocken oder feucht abdecken?
Beides hat seinen Platz. Kleine, saubere Schnittwunden heilen unter einem normalen Pflaster gut ab. Bei großflächigen Schürfwunden haben sich feuchte Wundauflagen aus Hydrokolloid oder Hydrogel bewährt: Sie halten das Wundmilieu feucht, verkleben nicht mit der Wunde und werden von vielen Menschen als schmerzlindernder empfunden. Auch die Narbenbildung kann dadurch geringer ausfallen. Was im Einzelfall passt, hängt von Größe, Lage und Verschmutzung der Wunde ab – wir beraten Sie gern.
Verbandwechsel und Wundpflege
+ Einfache Pflaster täglich wechseln, außerdem immer, wenn sie durchfeuchtet oder verschmutzt sind
+ Hydrokolloid-Auflagen können je nach Produkt mehrere Tage liegen bleiben. Die weisslich-gelbliche, gelartige Quellung darunter ist normal und kein Eiter
+ Vor jedem Wechsel Hände waschen oder desinfizieren
+ Oberflächliche kleine Wunden sind häufig nach wenigen Tagen verschlossen, bis zur vollständigen Hautregeneration können ein bis zwei Wochen vergehen
Tetanusschutz prüfen
Bei jeder Hautverletzung lohnt der Blick in den Impfpass. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt:
+ Saubere, geringfügige Wunde: Auffrischung, wenn die letzte Impfung mehr als 10 Jahre zurückliegt
+ Alle anderen Wunden (verschmutzt, tief, Biss- oder Stichverletzungen): Auffrischung bereits, wenn die letzte Impfung mehr als 5 Jahre zurückliegt
+ Impfstatus unbekannt oder Grundimmunisierung unvollständig: bitte immer ärztlich abklären lassen
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Suchen Sie zeitnah eine ärztliche Versorgung auf, wenn:
⚠ die Blutung sich nicht durch Druck stillen lässt
⚠ die Wundränder klaffen und nicht von selbst aneinanderliegen – genäht wird möglichst rasch, innerhalb weniger Stunden
⚠ Fremdkörper in der Wunde stecken
⚠ die Wunde tief ist oder an Gesicht, Kopf oder über einem Gelenk liegt
⚠ die Wunde stark mit Erde verschmutzt ist oder der Tetanusschutz unklar ist
⚠ es sich um eine Bisswunde handelt
⚠ Sie Diabetes haben, blutverdünnende Mittel einnehmen oder die Wunde am Fuß sitzt
Anzeichen einer Wundinfektion – bitte ärztlich abklären lassen:
⚠ zunehmende Rötung, Schwellung oder Überwärmung rund um die Wunde
⚠ stärker werdender Schmerz statt Besserung
⚠ Eiter oder trübes, gelblich-grünliches Sekret
⚠ rote Streifen, die von der Wunde wegziehen, oder geschwollene Lymphknoten
⚠ Fieber oder allgemeines Krankheitsgefühl
Checkliste: Das gehört in die Hausapotheke
+ sterile Kompressen in verschiedenen Größen
+ Pflaster in verschiedenen Größen, dazu Finger- und Gelenkpflaster
+ Mullbinde und Fixierbinde
+ Wundantiseptikum und Händedesinfektionsmittel
+ feuchte Wundauflagen für Schürfwunden
+ Einmalhandschuhe
+ Verbandschere und Pinzette
Prüfen Sie einmal jährlich die Haltbarkeitsdaten – sterile Materialien haben ein Verfallsdatum. Wir helfen Ihnen gerne beim Auffrischen Ihrer Hausapotheke.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.
Fachlich geprüft von Johannes Luh, Apotheker · APOTHEKEN TEAM LUH · Stand: 3. August 2026. Bei der Erstellung dieses Beitrags wurden KI-gestützte Werkzeuge eingesetzt. Die Inhalte werden vor der Veröffentlichung fachlich geprüft und redaktionell verantwortet.
Häufige Fragen zur Wundversorgung
Darf ich eine Wunde mit Leitungswasser ausspülen?
Ja. Leitungswasser in Trinkwasserqualität ist geeignet, um Schmutz und lose Partikel aus einer frischen Wunde zu spülen. Alternativ können Sie sterile Kochsalz- oder Wundspüllösung verwenden. Die Desinfektion erfolgt anschließend mit einem Wundantiseptikum.
Soll eine Wunde an der Luft trocknen oder abgedeckt werden?
Abgedeckt. Die Vorstellung, dass Wunden an der Luft besser heilen, ist überholt. Eine Wundauflage schützt vor Schmutz und Reibung. Bei großflächigen Schürfwunden sind feuchte Wundauflagen häufig angenehmer, weil sie nicht mit der Wunde verkleben.
Welche Wirkstoffe eignen sich zur Wunddesinfektion?
Gebräuchlich sind Octenidin, Polihexanid und Povidon-Iod. Povidon-Iod ist nicht geeignet bei Schilddrüsenerkrankungen, Jodallergie, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Säuglingen. Hochprozentiger Alkohol gehört nicht auf offene Wunden.
Ist Mercurochrom noch zeitgemäß?
Nein. Quecksilberhaltige Färbemittel werden nicht mehr empfohlen. Sie färben die Wunde ein und erschweren dadurch die Beurteilung. Moderne Wundantiseptika sind besser verträglich.
Wie lange braucht eine Schürfwunde bis zur Heilung?
Oberflächliche kleine Wunden sind häufig nach wenigen Tagen verschlossen. Bis die Haut vollständig regeneriert ist, können ein bis zwei Wochen vergehen. Größe, Lage und Verschmutzung beeinflussen den Verlauf.
Wann muss der Tetanusschutz aufgefrischt werden?
Bei sauberen, geringfügigen Wunden empfiehlt die STIKO eine Auffrischung, wenn die letzte Impfung mehr als 10 Jahre zurückliegt. Bei allen anderen Wunden bereits nach mehr als 5 Jahren. Ist der Impfstatus unbekannt, sollte er ärztlich geklärt werden.
Muss ich mit einer Bisswunde zum Arzt?
Ja. Bei Bissverletzungen durch Tiere oder Menschen gelangen Keime tief ins Gewebe. Solche Wunden gehören immer in ärztliche Behandlung, auch wenn sie klein aussehen.
Die Wunde ist nach einer Woche noch gerötet – ist das normal?
Eine leichte Rötung kann zum Heilungsverlauf gehören. Nimmt die Rötung dagegen zu, kommen Schwellung, zunehmender Schmerz, Eiter oder Fieber hinzu, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Wo bekomme ich in Wiesbaden Beratung zur Wundversorgung?
Im APOTHEKEN TEAM LUH in Wiesbaden – in der Turm-, Geissels-, Taunus-, Welfenhof- oder Schützenhof-Apotheke. Wir beraten Sie gerne persönlich oder telefonisch unter 0611 / 30 28 09.