Kopfläuse
Kopfläuse – ruhig bleiben, richtig behandeln
Das neue Schuljahr ist zwei Wochen alt – und damit beginnt verlässlich die Zeit der Elternbriefe mit der Überschrift „Läuse in der Klasse“. Kein Grund zur Aufregung: Kopfläuse sind lästig, aber harmlos und gut behandelbar. Aus Ihrer Apotheke in Wiesbaden erklären wir, wie Sie einen Befall sicher erkennen, richtig behandeln – und welcher Schritt am häufigsten vergessen wird.

Feucht auskämmen bringt Gewissheit
Haare anfeuchten, Pflegespülung hinein, Strähne für Strähne mit dem Nissenkamm vom Ansatz bis in die Spitzen kämmen und den Kamm auf einem weißen Tuch abstreifen. So erkennen Sie einen Befall zuverlässiger als mit bloßem Blick.
Die Wiederholung ist Pflicht
Kein Mittel tötet alle Eier sicher ab. Die zweite Behandlung nach acht bis zehn Tagen gehört deshalb fest dazu – wer sie auslässt, beginnt oft von vorn. Am besten gleich den Termin im Kalender eintragen.
Schule informieren – ohne Scham
Eltern sind gesetzlich verpflichtet, die Schule oder Kita über einen Befall zu informieren. Das ist keine Bloßstellung, sondern der Weg, die Ausbreitung in der Klasse zu stoppen.
Läusemittel und Nissenkämme
In unseren fünf Apotheken in Wiesbaden und im Online-Shop finden Sie geprüfte Mittel gegen Kopfläuse und Nissenkämme aus Metall – mit Erklärung der Anwendung Schritt für Schritt.
Zum Online-Shop →Für Kinder oft auf Rezept
Für Kinder bis zwölf Jahre können bestimmte Läusemittel ärztlich verordnet werden und werden dann von der Kasse übernommen. Fragen Sie in der kinderärztlichen Praxis danach – oder rufen Sie uns an.
Jetzt anrufen: 0611 / 30 28 09Kopfläuse – das sollten Sie wissen
Beim APOTHEKEN TEAM LUH in Wiesbaden – mit Turm-Apotheke, Geissels-Apotheke, Taunus-Apotheke, Welfenhof-Apotheke und Schützenhof-Apotheke – beraten wir Familien gerne diskret und Schritt für Schritt zur Behandlung von Kopfläusen.
Vorweg: mit Hygiene hat das nichts zu tun
Kopfläuse interessieren sich nicht dafür, wie oft Haare gewaschen werden – sie leben vom Blut der Kopfhaut, nicht vom Schmutz. Sie kommen in allen Familien vor, und dass Kinder im Grundschulalter am häufigsten betroffen sind, liegt schlicht daran, dass beim Spielen die Köpfe zusammenstecken. Denn übertragen werden Läuse fast ausschließlich durch direkten Haar-zu-Haar-Kontakt. Springen oder fliegen können sie nicht, und über Mützen, Bürsten oder Kuscheltiere ist eine Übertragung selten. Haustiere spielen keine Rolle.
Befall sicher erkennen
Juckreiz ist das bekannteste Zeichen – aber ein unzuverlässiges. Er kann bei einem Erstbefall erst nach Wochen auftreten oder ganz ausbleiben. Zuverlässiger ist das feuchte Auskämmen: Haare anfeuchten, reichlich Pflegespülung einarbeiten, dann mit einem Nissenkamm Strähne für Strähne vom Haaransatz bis in die Spitzen kämmen und den Kamm nach jeder Strähne auf Küchenpapier oder einem hellen Tuch abstreifen.
Was Sie dabei finden können: Läuse sind zwei bis drei Millimeter groß und beweglich. Die Eier – Nissen – kleben wie kleine Tropfen fest am Haar, bevorzugt in Kopfhautnähe hinter den Ohren und im Nacken. Anders als Schuppen lassen sie sich nicht einfach abstreifen. Nissen, die mehr als etwa einen Zentimeter vom Haaransatz entfernt sitzen, sind in der Regel bereits leer.
Richtig behandeln – in zwei Durchgängen
Bewährt hat sich die Kombination aus einem Mittel aus der Apotheke und dem nassen Auskämmen. Bei den Mitteln gibt es zwei Gruppen: physikalisch wirkende Präparate auf Silikonölbasis, die die Läuse umschließen, und Mittel mit insektenabtötenden Wirkstoffen. Welches Produkt für welches Alter geeignet ist, steht auf der Packung – bei Säuglingen und Kleinkindern sowie in Schwangerschaft und Stillzeit lassen Sie sich bitte vorher beraten.
Entscheidend ist die korrekte Anwendung: ausreichend Mittel verwenden, alle Haarpartien benetzen, die angegebene Einwirkzeit exakt einhalten – nicht verkürzen, nicht „sicherheitshalber“ verlängern.
⚠ Zwei Sicherheitshinweise:
Viele Präparate auf Silikonölbasis sind leicht entzündlich. Während der Anwendung und solange das Mittel im Haar ist: kein Föhn, keine offenen Flammen, nicht rauchen, Abstand zu Kerzen und Herd.
Und: Behandeln Sie nur Personen, bei denen tatsächlich Läuse gefunden wurden. Eine vorbeugende Behandlung „auf Verdacht“ bringt nichts und belastet unnötig – alle Familienmitglieder werden stattdessen per feuchtem Auskämmen kontrolliert.
Und jetzt der Schritt, an dem die meisten Behandlungen scheitern: Kein Mittel tötet alle Eier zuverlässig ab. Aus überlebenden Nissen schlüpfen nach etwa einer Woche neue Larven. Deshalb wird die Behandlung nach acht bis zehn Tagen wiederholt – auch wenn keine Laus mehr zu sehen ist. Wird dieser zweite Durchgang vergessen, beginnt der Befall häufig von vorn, und schnell heißt es, das Mittel habe nicht gewirkt.
Zusätzlich empfiehlt sich das nasse Auskämmen mit Pflegespülung an mehreren Tagen zwischen und nach den Behandlungen – etwa direkt nach der ersten Behandlung sowie an den Tagen fünf, neun und dreizehn. So erkennen Sie früh, ob etwas nachgeschlüpft ist.
Was zu Hause wirklich nötig ist – und was nicht
+ Kämme und Haarbürsten in heißem Seifenwasser reinigen
+ Bettwäsche, Schlafanzug, Mützen und Schals bei 60 °C waschen
+ Was nicht waschbar ist – etwa das Lieblingskuscheltier – für drei Tage in einen verschlossenen Plastikbeutel geben. Läuse überleben ohne Blutmahlzeit nur kurze Zeit
Mehr braucht es nicht. Großreinemachen, Teppiche shampoonieren oder gar Insektenspray in der Wohnung sind unnötig – letzteres kann Kindern mehr schaden als jede Laus. Auch das Abschneiden der Haare ist überflüssig.
Schule und Kita: Ihre Pflichten – und Ihre Rechte
Nach dem Infektionsschutzgesetz müssen Eltern die Gemeinschaftseinrichtung über einen Kopflausbefall informieren; die Einrichtung meldet gesammelt an das Gesundheitsamt – ohne dass Ihr Kind dabei namentlich an den Pranger gestellt wird. Umgekehrt gilt: Nach der ersten korrekt durchgeführten Behandlung darf Ihr Kind in der Regel wieder in Schule oder Kita. Ein ärztliches Attest ist dafür normalerweise nicht erforderlich; manche Einrichtungen verlangen eine schriftliche Bestätigung der Eltern über die Behandlung. Im Zweifel fragen Sie in der Einrichtung nach, was dort üblich ist.
Hausmittel: leider unzuverlässig
Essigspülungen, Mayonnaise, Ölpackungen oder Teebaumöl werden immer wieder empfohlen – verlässlich wirksam ist davon nichts, und ätherische Öle können gerade bei Kindern die Haut reizen. Auch Sauna oder Chlorwasser im Schwimmbad töten Läuse nicht ab. Wer auf Hausmittel setzt, verliert vor allem Zeit, in der sich der Befall in der Klasse weiterverbreitet.
Wann Sie ärztlichen Rat brauchen
⚠ bei Befall eines Säuglings oder Kleinkinds
⚠ wenn die Kopfhaut nässt, eitert oder stark entzündet ist – aufgekratzte Stellen können sich infizieren
⚠ wenn der Befall trotz zweimaliger, korrekt durchgeführter Behandlung wiederkehrt
⚠ in Schwangerschaft und Stillzeit vor der Anwendung eines Mittels
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Arzneimitteln: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.
Fachlich geprüft von Johannes Luh, Apotheker · APOTHEKEN TEAM LUH · Stand: 24. August 2026. Bei der Erstellung dieses Beitrags wurden KI-gestützte Werkzeuge eingesetzt. Die Inhalte werden vor der Veröffentlichung fachlich geprüft und redaktionell verantwortet.
Häufige Fragen zu Kopfläusen
Woher kommen Kopfläuse – mangelnde Hygiene?
Nein. Kopfläuse haben mit Sauberkeit nichts zu tun. Sie werden fast ausschließlich durch direkten Haar-zu-Haar-Kontakt übertragen – deshalb sind Kinder, die beim Spielen die Köpfe zusammenstecken, am häufigsten betroffen.
Wie stelle ich sicher fest, ob mein Kind Läuse hat?
Durch feuchtes Auskämmen: Haare anfeuchten, Pflegespülung einarbeiten, mit dem Nissenkamm Strähne für Strähne kämmen und den Kamm auf hellem Papier abstreifen. Das ist zuverlässiger als die Sichtkontrolle.
Warum muss die Behandlung wiederholt werden?
Kein Mittel tötet alle Eier sicher ab. Aus überlebenden Nissen schlüpfen nach etwa einer Woche neue Larven – deshalb wird nach acht bis zehn Tagen erneut behandelt, auch wenn keine Laus mehr zu sehen ist.
Muss ich die Schule informieren?
Ja, dazu sind Eltern nach dem Infektionsschutzgesetz verpflichtet. Nach der ersten korrekten Behandlung darf Ihr Kind in der Regel wieder in die Schule; ein ärztliches Attest ist normalerweise nicht nötig.
Muss ich die ganze Wohnung desinfizieren?
Nein. Kämme reißigen, Bettwäsche und Mützen bei 60 °C waschen, Nicht-Waschbares drei Tage in einen verschlossenen Beutel – das genügt. Insektenspray in der Wohnung ist unnötig und bei Kindern riskant.
Helfen Essig, Öl oder Teebaumöl?
Verlässlich nicht. Ätherische Öle können zudem die Haut reizen, besonders bei Kindern. Setzen Sie auf geprüfte Mittel aus der Apotheke und konsequentes Auskämmen.
Zahlt die Krankenkasse das Läusemittel?
Für Kinder bis zwölf Jahre können bestimmte Mittel ärztlich verordnet und von der Kasse übernommen werden. Fragen Sie in der kinderärztlichen Praxis nach einem Rezept.
Müssen alle Familienmitglieder mitbehandelt werden?
Behandelt wird nur, bei wem tatsächlich Läuse gefunden wurden. Alle anderen werden per feuchtem Auskämmen kontrolliert – am besten mehrfach über zwei Wochen.
Wo bekomme ich in Wiesbaden Hilfe bei Kopfläusen?
Im APOTHEKEN TEAM LUH in Wiesbaden – in der Turm-, Geissels-, Taunus-, Welfenhof- oder Schützenhof-Apotheke. Wir erklären Ihnen die Anwendung Schritt für Schritt, gerne auch telefonisch unter 0611 / 30 28 09.