Reisedurchfall
Reisedurchfall – vermeiden und richtig behandeln
Kaum im Urlaub angekommen und schon quält der Bauch: Reisedurchfall gehört zu den häufigsten Reisebeschwerden, besonders in Ländern mit anderen Hygienestandards. Aus Ihrer Apotheke in Wiesbaden erklären wir, wie Sie vorbeugen, warum der Flüssigkeitsausgleich die wichtigste Maßnahme ist – und bei welchen Anzeichen Sie nicht selbst behandeln sollten.

Elektrolytpulver einpacken
Der Flüssigkeits- und Salzverlust ist das eigentliche Problem, nicht der Durchfall selbst. Fertige Rehydratationslösungen aus der Apotheke gehören deshalb in jede Reiseapotheke – am besten mehrere Beutel ins Handgepäck.
Schälen, kochen oder verzichten
Die alte Reiseregel gilt weiter: Obst selbst schälen, Speisen frisch und heiß servieren lassen, kein rohes Fleisch und kein roher Fisch. Getränke nur original verschlossen oder abgekocht – auch zum Zähneputzen.
Grenzen der Selbstbehandlung kennen
Bei Fieber, Blut im Stuhl, starken Bauchschmerzen oder Beschwerden bei Kindern und älteren Menschen gehört Reisedurchfall in ärztliche Behandlung – nicht in die Selbstmedikation.
Elektrolytlösungen und Reisebedarf
In unseren fünf Apotheken in Wiesbaden und im Online-Shop finden Sie Rehydratationslösungen, Mittel gegen Durchfall und Übelkeit, Händedesinfektion und alles Weitere für die Reise – mit Beratung zu Anwendung und Transport.
Zum Online-Shop →Vor der Reise zu uns
Wir gehen mit Ihnen durch, was für Ihr Reiseziel sinnvoll ist, klären Wechselwirkungen mit Ihren übrigen Medikamenten und sagen Ihnen, was ins Handgepäck gehört.
Jetzt anrufen: 0611 / 30 28 09Reisedurchfall – das sollten Sie wissen
Beim APOTHEKEN TEAM LUH in Wiesbaden – mit Turm-Apotheke, Geissels-Apotheke, Taunus-Apotheke, Welfenhof-Apotheke und Schützenhof-Apotheke – beraten wir Sie gerne persönlich rund um Reiseapotheke und Reisedurchfall.
Wie Reisedurchfall entsteht
Reisedurchfall wird meist durch Erreger ausgelöst, die über Wasser oder Lebensmittel aufgenommen werden – am häufigsten durch bestimmte Kolibakterien, daneben durch Viren und seltener durch Parasiten. Verbreitet ist er vor allem in Nordafrika, Südamerika sowie Süd- und Südostasien, grundsätzlich aber überall möglich.
Typische Übertragungswege sind verunreinigtes Trinkwasser, Eiswürfel, ungeschältes Obst, rohe Speisen und lauwarm gehaltene Buffets. Ungewohnte Küche, Klimawechsel und Reisestress können den Magen-Darm-Trakt zusätzlich empfindlich machen.
Warum der Flüssigkeitsverlust das Entscheidende ist
Nicht der Durchfall selbst ist das Hauptproblem, sondern der Verlust von Wasser und Salzen. Er macht sich zuerst durch Müdigkeit, Schwäche, Kopfschmerzen und Schwindel bemerkbar. Bei ausgeprägtem Verlauf kann der Kreislauf betroffen sein. Besonders empfindlich reagieren Säuglinge, kleine Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke – bei ihnen ist frühzeitig ärztlicher Rat angebracht.
Was im Akutfall hilft
1. Trinken mit Salz und Zucker
Wasser allein reicht nicht aus, weil der Darm Natrium und Traubenzucker braucht, um Flüssigkeit überhaupt aufzunehmen. Fertige Rehydratationslösungen aus der Apotheke enthalten beides im richtigen Verhältnis. Selbst gemischte Lösungen geraten leicht zu salzig oder zu süß – das fertige Pulver ist die sicherere Wahl. Als Orientierung: nach jedem flüssigen Stuhlgang etwa 200 bis 400 ml, in kleinen Schlucken über den Tag verteilt.
2. Leichte Kost, sobald es geht
Zwieback, Weißbrot, gekochter Reis, Kartoffeln, gekochte Karotten, Bananen. Längeres Fasten bringt keinen Vorteil. Fett, stark Gewürztes, Alkohol und Kaffee besser vorerst weglassen.
3. Durchfallhemmende Mittel mit Bedacht
Loperamid kann kurzfristig helfen, etwa wenn ein Transfer oder ein Flug ansteht. Es beseitigt aber nicht die Ursache und ist nicht geeignet bei Fieber, blutigem Stuhl oder starken Bauchschmerzen. In der Selbstmedikation ist es Erwachsenen und Jugendlichen ab zwölf Jahren vorbehalten und sollte nicht länger als zwei Tage angewendet werden. Bessert sich der Durchfall in dieser Zeit nicht, gehört er ärztlich abgeklärt. In Schwangerschaft und Stillzeit bitte vorher Rücksprache halten.
4. Antibiotika nur nach ärztlicher Entscheidung
Die meisten Verläufe klingen von selbst ab. Antibiotika kommen nur bei schweren Verläufen infrage und gehören in ärztliche Hand – auch wegen zunehmender Resistenzen.
Vorbeugen unterwegs
+ Obst und Gemüse selbst schälen, nicht vom Buffet nehmen
+ Auf rohe Salate, rohen Fisch und rohes Fleisch verzichten
+ Frisch zubereitete, heiß servierte Speisen bevorzugen – lauwarme Buffets meiden
+ Nur original verschlossene oder abgekochte Getränke, auch beim Zähneputzen
+ Keine Eiswürfel
+ Milch und Käse nur pasteurisiert
+ Hände häufig waschen, unterwegs Händedesinfektionsmittel nutzen
Diese Regeln senken das Risiko, sind im Alltag aber selten lückenlos einzuhalten. Umso wichtiger ist es, für den Fall der Fälle vorbereitet zu sein.
Was ist mit Mikrobiotika-Präparaten?
Präparate mit Milchsäurebakterien oder Hefen werden im Zusammenhang mit Reisedurchfall häufig genannt. Die Untersuchungen dazu kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen, und gesundheitsbezogene Aussagen sind für diese Produkte in der EU nicht zugelassen. Wir können Ihnen daher keine Wirkung versprechen – wohl aber erklären, was die einzelnen Präparate enthalten und für wen sie nicht infrage kommen. Hefehaltige Präparate etwa sind bei geschwächtem Immunsystem, unter immunsupprimierender Therapie und bei liegendem zentralem Venenkatheter nicht geeignet. Sprechen Sie uns an, bevor Sie zu einem solchen Produkt greifen.
Für die Reiseapotheke
+ mehrere Beutel Rehydratationspulver
+ ein durchfallhemmendes Mittel für den Notfall, mit Kenntnis der Grenzen
+ ein Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen nach Beratung
+ Händedesinfektionsmittel
+ bei Trekking- und Fernreisen: Wasserfilter oder Entkeimungstabletten
+ ein Fieberthermometer
Wichtiges gehört ins Handgepäck – bei verlorenem Koffer ist es sonst genau dann nicht greifbar, wenn man es braucht.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
⚠ Fieber über 38,5 °C
⚠ Blut oder Schleim im Stuhl
⚠ starke oder anhaltende Bauchschmerzen
⚠ Durchfall, der länger als drei Tage anhält oder sich verschlechtert
⚠ Zeichen von Austrocknung: trockener Mund, deutlich weniger Urin, starker Durst, Schwindel, Teilnahmslosigkeit
⚠ Erbrechen, sodass keine Flüssigkeit bei sich behalten werden kann
⚠ Durchfall bei Säuglingen und Kleinkindern, bei älteren Menschen, in der Schwangerschaft oder bei chronischer Erkrankung – hier frühzeitig und nicht erst bei Warnzeichen
Halten Beschwerden nach der Rückkehr an, sollten Sie das ärztlich abklären lassen und dabei Ihr Reiseziel erwähnen – manche Erreger machen sich erst mit Verzögerung bemerkbar.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Arzneimitteln: Bei Arzneimitteln: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.
Fachlich geprüft von Johannes Luh, Apotheker · APOTHEKEN TEAM LUH · Stand: 27. Juli 2026. Bei der Erstellung dieses Beitrags wurden KI-gestützte Werkzeuge eingesetzt. Die Inhalte werden vor der Veröffentlichung fachlich geprüft und redaktionell verantwortet.
Häufige Fragen zu Reisedurchfall
Reicht es, viel Wasser zu trinken?
Nicht ganz. Der Darm braucht Natrium und Traubenzucker, um Flüssigkeit aufzunehmen. Fertige Rehydratationslösungen aus der Apotheke enthalten beides im richtigen Verhältnis und sind deshalb wirksamer als Wasser allein.
Wie lange dauert Reisedurchfall?
Meist drei bis fünf Tage. Hält er länger an, verschlechtert er sich oder kommen Fieber und Blut im Stuhl hinzu, sollten Sie ärztliche Hilfe suchen.
Darf ich Loperamid nehmen, wenn ich Fieber habe?
Nein. Bei Fieber, blutigem Stuhl oder starken Bauchschmerzen ist Loperamid nicht geeignet. Dann gehört der Durchfall ärztlich abgeklärt.
Wie lange darf ich ein durchfallhemmendes Mittel anwenden?
In der Selbstmedikation nicht länger als zwei Tage und erst ab zwölf Jahren. Bessert sich der Durchfall bis dahin nicht, ist ärztlicher Rat nötig.
Sind Antibiotika bei Reisedurchfall sinnvoll?
Nur bei schweren Verläufen und nach ärztlicher Entscheidung. Die meisten Verläufe klingen von selbst ab, und ein unnötiger Einsatz fördert Resistenzen.
Was gilt bei Kindern?
Bei Säuglingen und Kleinkindern steht der Flüssigkeitsausgleich mit einer Rehydratationslösung im Vordergrund. Durchfallhemmende Mittel sind kein Fall für die Selbstmedikation. Suchen Sie frühzeitig ärztliche Hilfe.
Welche Reiseziele gelten als risikoreicher?
Vor allem Nordafrika, Südamerika sowie Süd- und Südostasien. Grundsätzlich kann Reisedurchfall aber überall auftreten, auch beim Camping in Europa.
Wo bekomme ich in Wiesbaden Beratung zur Reiseapotheke?
Im APOTHEKEN TEAM LUH in Wiesbaden – in der Turm-, Geissels-, Taunus-, Welfenhof- oder Schützenhof-Apotheke. Wir beraten Sie gerne persönlich oder telefonisch unter 0611 / 30 28 09.